Mich treibt es manchmal im Web um, und ich stoße auf "alte" Sachen, die mir längst bekannt sind, die ich aber inzwischen "verloren" hatte. So auch die Website von Steve R. Waldee, die tatsächlich einige Zeit offline war. Wieder in dieses "Universum" eingetaucht - da kann ich mich drin verlieren, wie es auch früher schon war.
Ich bin dabei zufällig auf den planetarischen Nebel Abell 46 gestoßen, auf Steve R. Waldee's Beobachtung mit einem C11, und, dass er nach anderen Beobachtungen gesucht hat. Er ist dabei auf eine mir bereits bekannte Debatte im Cloudy Nights Forum "Deep Sky Observing" gestoßen. Wie ich damals drauf gekommen bin, kann ich nicht mehr genau sagen. Vermutlich wurde ich von jemandem aufmerksam gemacht. Damals war die Erinnerung an dieses Objekt noch relativ frisch, ich habe nur über die Debatte gelacht. Die zweifelnden Herren könnten ja auch mal ein kleineres Teleskop nehmen und selbst nachschauen.
Zwanzig Jahre sind mittlerweile vergangen, seit meiner Abell 46 Beobachtung im Juli 2003. Die Debatte ist 2006 entstanden, losgetreten von "Amalia", offenbar der deutschen Sprache mächtig, und mit der österreichischen Mentalität vertraut. Es ging dabei um die Kontroverse der Beobachtungen, die meisten mit sehr großen Teleskopen, aber auch mit 8" und eben meine Beobachtung mit 5.7" als eher kleine Teleskope, ob der Bedeckungsveränderliche als Zentralstern einen Unterschied in der Helligkeit des Nebels über die Zeit ausmachen könne. Die Debatte zog sich über einen längeren Zeitraum. Etliche Diskussionsteilnehmer meldeten Zweifel an, dass ich mit nur 145mm Öffnung diesen Nebel gesehen haben könnte. Steve R. Waldee hat Bezug auf diese Debatte genommen. Ich bringe hier ein Zitat aus seinem Kommentar in sinngemäßer Übersetzung:
"Das Frustrierende ist für mich, dass die Skepsis so groß ist. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Voreingenommenheit, die nicht durch tatsächliche Tests untermauert wird. Die Mehrheit der Kommentatoren bezweifeln, dass Menschen diesen Nebel mit etwas anderem als "großen Tüten" gesehen haben. Und das, obwohl zwei äußerst glaubwürdige, erfahrene und engagierte Beobachter (die immer BEWEISE liefern) Beobachtungen mit 4.7" und 5.7" Teleskopen veröffentlicht haben."
Nun muss ich meinen Senf dazu geben. Da einige Namen der Diskussionsteilnehmer im verlinkten Forum im Klartext zu lesen sind, kann ich auch direkt drauf Bezug nehmen.
Die Beobachtung mit einem 5.7" Teleskop stimmt. Es war mein 5.7" f/6 Maksutov-Newton, der Ceravolo HD 145, eine scharfe Optik mit nahezu unglaublicher Kontrastleistung. Die 4.7 Zoll im Zitat kommen aus dem Forum, von David Knisely (der mir schon lange als Beobachter bekannt ist, dessen Beobachtungsberichte ich auch einst gelesen hatte). 4.7" ist wohl ein Tippfehler, oder hat mir David Knisely ein Zoll Öffnung "gestohlen", um meine Beobachtung noch unglaubwürdiger darstellen zu können? Die zwei im Zitat von Steve R. Waldee angeführten Beobachter, das waren zweifelsfrei Walter Koprolin und meine Wenigkeit. Ich kann mich gewissermaßen noch an diese Nacht erinnern, als uns der Wind auf dem Höhenrücken östlich von Niederleis "verweht" hatte, und wir deswegen im Garten des Koprolinschen Wochenendhauses Aufstellung nahmen. Walter widmete sich durchaus dem, was ich da so an schwachen Fuzel beobachten wollte. So hatte ich quasi eine "Kontrollinstanz", Feedback von einem zweiten Beobachter. So darf ich annehmen, nicht irgend einen Quatsch geschrieben zu haben. Walter war immer sehr neugierig, was ich so im Okular hätte, und ich überließ ihm auch gerne das Fernrohr, damit er Nachschau halten konnte. Man ist so eher gefeit davor "Geister" zu sehen. Dass ein zweiter Beobachter dann einen gleich gearteten "Geist" sieht, ist eher unwahrscheinlich.
Was mir da im Forum quasi mitgeteilt wurde, dass ich dieses schwache Objekt gar nicht gesehen haben konnte. Vielmehr wäre ich einem Irrtum aufgesessen, und hätte ein Grüppchen schwacher Sterne für einen Nebelfleck gehalten. Also ja, darüber habe ich schon damals gelacht.
Bill Ferris ist soweit gegangen, dass er die Flächenhelligkeit des Objekts berechnet hat, und daraus folgerte, dass es unmöglich sein kann, dass ich dieses Objekt unter einem 5+ mag Himmel mit nur 145mm Öffnung gesehen haben könnte. Hm, probieren geht über studieren. Wenn ich statt beobachten nur mit der ODM Software (Optimum Detection Magnification, Roger N. Clarc, gab es damals zum Buch "Visual Astrononomy Of The Deep Sky") berechnen würde, ob ein Objekt überhaupt beobachtbar wäre, dann hätte ich wohl gar viel nicht gesehen. Z. B.: auch den Pferdekopfnebel nicht mit dem Ceravolo HD 145. Die Realität: doch gesehen, mit Nebelfilter öfter, sogar einmal ohne Nebelfilter. Tja.
Eine Anmerkung sei mir erlaubt. Steve R. Waldee ist auf mich (und Walter Koprolin) als Beobachter schon aufmerksam geworden, durch meine/unsere Sichtung des planetarischen Nebels Pease 1 im Kugelsternhaufen M15, die ich damals mit meinem 8" f/6 Maksutov-Newton geschafft hatte, das war im Oktober 2000. S. R. Waldee hat wohl auch die damalige astro.nightsky.at Website (jetzt Walters eigenes "Universum") gefunden, und ein wenig gestöbert.
Ich wollte nun mit dieser alten Sache aufräumen, und eine Nachbeobachtung anstellen. Für den 14. August 2023 hatten die Wetterdienste eine klare Nacht versprochen. Tagsüber war der Himmel nicht gerade tief blau, und von jeder Menge Schleier überzogen. Keine Zirren, es waren mittelhohe Wolken. Freilich, man muss abwarten, wie sich die Sache entwickelt. Knapp vor Sonnenuntergang ging ich mal hinaus, um den Himmel zu inspizieren. Meine Güte, das wird nichts, ein größeres Wolkenfeld hier, und sonst auch genug Schleierwolken. Ich sah die Nacht schon schwinden. Vielleicht eh nicht so schlecht, ich war noch ein wenig müde von einer Wochenendaktivität, und hatte auch etwas belastete Augen.
Nach etwa einer halben Stunde riskierte ich neuerlich einen Blick zum Himmel. Das sah nun weit besser aus. Nur mehr ein paar Schleier, diese eher in Auflösung begriffen, das größere Wolkenfeld hatte sich nach Norden verzogen. Ich beschloss, es zu riskieren. So packte ich mein Teleskop ein, eh den Ceravolo HD 145, die iOptron ieq45, Okularkoffer, und sonstiges. Der etwas lebhafte Südwind, der tagsüber vorherrschte, war hier daheim in der Siedlung nicht mehr zu spüren. Draußen auf dem Höhenrücken östlich von Niederleis kann es ganz anders sein, das weiß ich.
Als ich Richtung Niederleis fuhr, eigentlich müde, auch die Augen, fragte ich mich schon: was willst du Narr dann so sehen, bei einem durchaus schwierigen Objekt? Aber, in solch einem Zustand bin ich schon auch mal raus gefahren, und die Frische der Nacht hat mich wieder ins Lot gebracht. Dass es abkühlen könnte nach einem sehr warmen Tag, damit hatte ich gerechnet, und vorgesorgt. Ich war eh noch rechtzeitig dran, so hatte ich es beim Fahren gar nicht eilig. In Niederleis, ich hatte den Bahnübergang in Sicht, kam ein großer Traktor mit irgend einem weit ausscherenden Ding hinten dran gerade runter, ich zog mein Auto in den Weg rechts hinein, um Platz zu machen. Nachher schob ich zurück, und fuhr weiter hinauf Richtung Beobachtungsplatz. Dort auf dem Höhenrücken, wo ich hin wollte, sah ich viele Scheinwerfer, nein, das wird nichts. Ich bog gleich ab, hinunter in die Senke, dort nahm ich Aufstellung, wo ich mein Auto in ein bereits abgeerntetes Feld rein ziehen konnte, dass nur mehr die Räder einer Seite noch auf dem Güterweg standen. Hinter dem Auto wollte ich aufbauen, das Stativ auch hart an den Feldrand gerückt. Es war noch zu hell, die ersten Sterne kamen gerade heraus. Der Wind war hier zwar spürbar, durch den vorgelagerten Hügel und Wald aber gebremst. Es war nicht schlimm.
Meine Aufstellung, so, dass noch Fahrzeuge vorbei kämen, war richtig geraten. Prompt kamen die bei mir vorbei. Erst ein großer Traktor mit Anhänger und "Festbeleuchtung", später noch ein PKW. Dann war aber Ruhe. Dafür war mein Start von Pannen begleitet. Dreimal musste ich neu durchstarten, weil ich irgendwie blöd an der Montierung was erwischt habe, dass sich die Steuerung neu initialisiert hat. Daher musste ich auch dreimal auf die Zero Position zurück, Datum/Uhrzeit neu eingeben, und mein Stern Alignment neu durchführen. Und kaum hatte ich mit der Beobachtung begonnen, besser gesagt nicht einmal noch, lief das Objekt durch den Meridian, ich musste nach dem Umschlagen das Feld neu einstellen und mich neu orientieren. Jetzt klappte alles, ich konnte richtig los legen.
Das 10mm Baader Eudiascopic Okular, mit dem ich vor 20 Jahren Abell 46 beobachtet hatte (87x), weist ein eher kleines Eigenfeld von knapp 45° auf. Damals war das Teleskop "handgerührt" auf einer Vixen SP-DX Montierung, da war ich recht fix drin, bei offenen Achsklemmen das Sichtfeld schnell mal zu verschieben, um mir die Umgebung zur Orientierung anschauen zu können. Mit der Handbox und den Richtungstasten der Goto Montierung ist das viel mühsamer, nicht gar so intuitiv. Ich stieg bald auf das 12.5mm Baader Morpheus um (70x), da gibt es ein generöses Feld von 76°, so fiel die Orientierung leichter. Und da, wo ich nun von meinem nahezu gleichseitigem Sterndreieck eine Seitenlänge nochmal auftrug, dort etwa kitzelte mich gleich mal ein kleines Nebelknöderl. Mir war die Suppe noch zu dünn. Ich rückte meinen Astrostuhl zurecht, und setzte mich hin. Es war ein Zufallstreffer, nochmals erwischte ich das Ding so nicht.
Nun holte ich meine vorbereiteten Aufsuchkarte, einen Ausdruck aus dem Triatlas C-Kartenset, da sind auch eine Menge schwacher Sterne mit verzeichnet. Akribisch arbeitete ich mich vor, immer wieder die Sternkarte mit den Sternen im Okular abgleichend.

Meine Aufsuchkarte, ein Ausschnitt aus dem Triatlas C-Set.
Das eingekringelte Dreieck dient zur groben Orientierung, und zeigt auch welche Seite des Dreiecks weiter im NO zu verlängern ist, und in welche Richtung. Die Distanz zwischen den zwei Sternen nochmals auftragen, so hat man die Position schon grob. Ein kleines Stückerl noch nach Nord und Ost, und wir sind da. Das mag mir früher gereicht haben. Meine Augen waren eben auch 20 Jahre jünger. Für den indirekten Blick reichte es, in die Nähe des Objekts zu kommen, um das Objekt zu erfassen. Für meinen optimalen Punkt musste ich meinen Blick einfach irgendwo rechts hin richten, mit etwas Abstand zum Objekt.
So einfach ist es nicht mehr. Ich haben nun statt irgendwo rechts neben das Objekt zu schauen eher eine Chance auf Erfolg wenn ich drüber oder drunter schaue, und ich muss schon ziemlich genau hin treffen, um das Objekt zu erwischen - dem grauen Star geschuldet. Zudem, selbst mit dem 12.5mm Morpheus hatte ich, wenn die Position des Objekts nahe der Bildmitte war, nur mehr den nächst gelegenen Stern des Dreiecks noch mit im Feld, dann kann man die Richtung und Distanz nicht mehr so gut schätzen, sich nur merken, wo es sein müsste, solange man das Dreieck noch im Feld hat. Ich musste die Position anderweitig einengen. Dazu hatte ich weitere Referenzlinien eingezeichnet. Keine davon trifft perfekt, aber man kommt besser hin. Speziell die von NW kommende Linie, da gibt es in der Nähe des Objekts noch ein paar Sterne, die diese Linie weiter tragen. Das war eine Hilfe. Die anderen Referenzlinien brauchte ich nun gar nicht mehr. Die Orientierungssterne sind auch ein bisserl zu weit weg. Diese Referenzen dienen am ehesten der Absicherung, dass man eh im richtige Gebiet sucht.
Kaum hatte ich die die Position des Abell 46 genauer ermittelt, potzblitz blinkte er auf. Das war er, jetzt sicher.Ich klemmte mich wieder ans Okular, orientierte mich im Feld, hatte die Position, und ging indirekt dran. Optimal erwischt, erstaunlich hell, und da war eine feine Spitze mitten drin. Den Zentralstern angekratzt? Ich war wirklich erstaunt. Nun ein Versuch mit dem 9mm Morpheus (97x). Auch damit erwischte ich Abell 46, aber nur schwach. Optimal getroffen ginge es sicher noch, aber hier ist die Position nochmals unsicherer, weil durch die höhere Vergrößerung auch ein größerer Bereich quasi zu "scannen" ist. Für mich ist es definitiv leichter, wenn ich die Sachen kompakter beieinander habe.
Ich ging wieder zurück auf das 12.5mm Morpheus, und knackte Abell 46 nochmals. Das war schon überzeugend, die Wahrnehmung des kleinen runden Nebelscheibchens kam immer von der selben Stelle. Also dass man so etwas mit einer Gruppe schwacher Sterne verwechseln könnte, ich verstehe diese "Sorge" nicht. Abell 46 stellt sich als recht scharf begrenztes Scheibchen dar, wie viele andere planetarische Nebel auch. Das ist schon ein typischer Anblick, und wo ich ihn optimal erwischt hatte, auch erstaunlich hell. Sicher, ich habe mir die Umgebung des Abell 46 schon recht genau angeschaut. Bei den genannten Vergrößerungen sah ich nicht irgendwo ein Grüppchen Sterne, das einen Nebelfleck vortäuschen hätte können. In der unmittelbaren Umgebung des Abell 46 gibt es ein paar Ur-schwache Sterne, die man sich auch indirekt "einzeln" abholen muss, damit man sie überhaupt sieht, die täuschen keinen Nebelfleck vor, sie sind zu wenige, zu weit verstreut.
Nun wäre es ja geschafft. Ich griff aber nochmals zum 10mm Okular, mit dem ich damals vor 20 Jahren beobachtet hatte, damals gab es ja keine Morpheus Okulare. Also dran damit, scharf stellen, die Position suchen, und zack, war der Nebel da, gar nicht schwierig. Fast besser noch als mit dem 12.5mm Morpheus. Meine Beobachtung von 2003 ist somit sicher nicht irgend etwas an den Haaren herbei gezogenes, das hatte Substanz,.so wie die jetzige Beobachtung auch.
War ich damals vielleicht etwas unpräzise in der Angabe der Himmelsqualität, das kann ich nun besser machen. Mein visueller Eindruck: ich hätte diesen Sternenhimmel so nicht erwartet. Die Milchstraße stand beeindruckend da, selbst unterhalb der Schildwolke gab es noch wolkige Strukturen, bevor alles im Horizontdunst absoff. Locker 6 mag freisichtig im Zenit, wenn nicht etwas besser. Die SQML Messung, Zenit, leicht Richtung Nord und West versetzt, um von der Milchstraße etwas weg zu kommen: 21.20 mag/arcsec2. Ein wirklich guter Wert für diesen Standort. Damit hatte ich sicher bessere Bedingungen als damals, vor 20 Jahren, da war es eine eher durchschnittliche, etwas feuchte Nacht. Dafür war ich damals auch 20 Jahre jünger, und hatte noch bessere Augen, wenngleich diese auch oft schon zum Beobachtungsbeginn bereits müde waren, so war es auch heute, also etwa Gleichstand. Das Teleskop ist etwas besser gealtert als ich, nur die Meniskuslinse war damals vielleicht nicht ganz so verstaubt.
Ich war durchaus glücklich, dass ich ein schwieriges Objekt dieser Art noch mit dem Ceravolo HD 145 beobachten kann, am Limit war das nicht, sicher nicht, das war auch dieses mal offenkundig. Um den Zentralstern sicher zu erwischen würde ich doch eher das C11 nehmen. Damit sollte der Nebel besser sichtbar sein, dass man gezielt auf den Zentralstern gehen könnte. Der Zentralstern selbst ist als Veränderlicher V477 Lyrae ausgewiesen, laut Hynes, "Planetary Nebulae", ein "eclipsing binary", als Helligkeit wird 14.87 mag angegeben, was immer das heißen mag. Der Nebel Abell 46 ist mit einer V Helligkeit von 14.3 mag angegeben.
Bill Ferris selbst hat Abell 46 mit seinem 18" Obsession Dob beobachtet, und als zwar schwach, aber nicht schrecklich schwierig beschrieben. Nun, ich kenne selbst solche Objekte, die ich mit meinem einstigen 18" Starspitter Dob gesehen hatte, die sich als nicht gar so schwierig herausstellten, die waren immer noch einigermaßen solid im 8" Maksutov-Newton zu sehen, und typischerweise auch noch mit dem 5.7" Maksutov-Newton zu machen, sicher schwieriger, aber auch nicht hart am Limit. Wer selbst nur mit großen "Töpfen" schaut, kann sich nicht wirklich vorstellen, was man mit kleineren Teleskopen sehen kann. Mir war es ja vergönnt, nach Belieben den 18" Dob, den 8" MN, den 5.7" MN oder den 4" APO raus zu stellen und damit zu beobachten. Daher weiß ich eher, was mit welchem Teleskop zu sehen ist, und wie es sich darbietet. Ich erinnere mich auch an so manches erstaunliche Ergebnis.
Derartig schwache Objekte habe ich öfter beobachtet, auch dann mit dem 8" MN, und immer war es nur die penible Arbeit, die Position genau festzunageln, die mich zum Erfolg geführt hat. Dass ich vor 20 Jahren auch schon ein akribischer Beobachter war, kann man aus den damaligen Berichten ablesen. Ein Grüppchen schwacher Sterne als "Nebelfleck", so schreibt David Knisely, hätte auch ihn schon manchmal getäuscht. Ja, auch ich kenne diesen Effekt, es wollte mich mal täuschen, aber als sorgfältiger Beobachter ließ ich mich nicht davon austricksen - eben auch, weil die Position so daneben war. Man kann ja immer mit hoher Vergrößerung drauf, dann löst man diesen vermeintlichen Nebelfleck in Sterne auf. Wie schon erwähnt, in der Abell 46 Umgebung, die ich nun wirklich penibel untersuchte, gab es kein einziges so geartetes Sterngrüppchen, das mir einen Nebelfleck vortäuschen wollte. Da hat quasi wer von Farben geredet, ohne sie jemals gesehen zu haben...
Nachdem ich Abell 46 just mit dem 10mm (87x) Okular am 5.7" MN, also genau mit der Konfiguration wie vor 20 Jahren, erstaunlich gut gesehen habe, gibt es keinen Zweifel, dass wir (Walter und ich) damals einem Irrtum aufgesessen wären. Zudem, ich konnte Abell 46 in einem breiteren Vergrößerungsbereich, von 70x bis 97x sehen, 87x stellte sich als optimal heraus. Damit ist dieses Objekt auch nicht so hart am Limit für mich mit dem 5.7" MN, sonst hätte ich ihn wirklich gerade bei einer gewissen Vergrößerung erwischt. Wenn etwas am Limit ist, stellt es sich anders dar.
Howdii